Montag, 12. Mai 2008

1860 Traditionsteam blamiert sich in Hohenfurch

Während sich der TSV 1860 München am Sonntag in München eine peinliche Personalposse rund um Geschäftsführer Ziffzer und Präsident von Linde geleistet hat (die tz fragt gar "Reißen sie 1860 in den Abgrund?"), ist das Löwen-Traditionsteam gegen die Provinzkicker des SV Hohenfurch gestrauchelt. Einen Spielbericht zur Blamage gibt es bei den Schongauer Nachrichten.



Hier stolpert Bernhard Winkler stellvertretend für die Traditionself.



Situationskomik: Als "Bubi" Bründl mehr oder weniger galant über den Rasen stolpert, zieht die Dame neben ihm vorsichtshalber den Kopf ein. Geht man nach ihrem Blick, findet sie offenbar wenig Gefallen an Bründls Hinteransicht.



Filigraner Fußball der Extraklasse: Die Sechziger-Traditionself und der SV-Hohenfurch demonstrieren formvollendetes Kurzpassspiel.

Übrigens konnten die Löwen dank der Blindheit des Schiedsrichters gute zehn Minuten lang bescheißen. Denn dem Unparteiischen ist es solange unbemerkt geblieben, dass die Sechziger zeitweise mit zwölf Mann auf dem Platz standen, bis ihn ein erboster Zuschauer unflätig auf dieses Versäumnis hingewiesen hat.

Enttäuschung des Tages: Martin Max ist trotz vorheriger Zusage nicht zum Spiel erschienen. Den Grund dafür kannte keiner der Organisatoren.

Mehr Bilder zum Spiel gibt es auf der Homepage des SV Hohenfurch.

Sonntag, 11. Mai 2008

"Heldentod im Pfarrheim" - Das Video zum Skandal um das Kinder-Kriegsspiel. Inklusive historischem Fehlgriff.

Für einen handfesten Skandal hat eine Gruppe Schongauer Grundschüler bei einem deutsch-türkischen Kinderfest im Peißenberger Pfarrssaal gesorgt. Unter dem Lärm von Maschinengewehrfeuer und Bomben sind die Kinder in Erinnerung an den türkischen Sieg bei der Schlacht von Gallipoli auf der Bühne den "Heldentod" gestorben. Der Vater von zweien der Kinder hatte dieses martialische Spiel im türkischen Fernsehen gesehen und mit den Kleinen einstudiert. Wir präsentieren: Das Video zu diesem Kinder-Kriegsspiel. Inklusive eines militärgeschichtlichen Fehlers.

Aber der Reihe nach:

So berichtet der Münchner Merkur über den Skandal:

Eklat um „Heldentod Aufführung“ bei deutsch-türkischer Feier

Peißenberg. Bei einem deutsch-türkischen Kinderfest in Peißenberg ist es zu einem Eklat gekommen: Zehn türkische Grundschüler aus Schongau stellten auf der Bühne den „Heldentod“ fürs Vaterland nach – sie liefen unter dem Lärm von Maschinengewehren in Kampfanzügen über die Bühne und stellten sich einer nach dem anderen tot, bis nur noch die türkische Fahne aufrecht stand.

Sowohl deutsche als auch türkische Gäste reagierten empört. „So etwas sollten doch keine Kinder machen“, sagte Harun Gök einer der Organisatoren des Kinderfestes. Auch der Leiter der Preißenberger Grundschule war geschockt: „Es war pervers, vor allem weil die Aufführung unter dem Motto Frieden für die Welt stattfand.“ Mittlerweile hat sich auch das türkische Generalkonsulat in München eingeschaltet.

Organisiert wurde das umstrittene Spiel von Murat Simsek, einem Vorstandsmitglied des Schongauer Ortsvereins der Türkisch-islamischen Anstalt für Religion DITIB. Er habe vor zwei Monaten so eine Inszenierung im türkischen Fernsehen zum Tag der Gefallenen gesehen und sich gedacht, „So etwas ist ganz einfach nachzuspielen.“.

Schulleiter Ende sieht dieses Schauspiel als Ausdruck einer fanatischen Ideologie: „Wie weit ist es noch vom heroischen Sterben für die türkische Fahne bis zum terroristischen Sterben für den Islam?“


Und dieses Video (ca. 10 Minuten) diente dem patriotschen Papa wohl als Vorlage:



Wie man so etwas findet?

Recht simpel: Bei Youtube einfach das türkische Wort für Gallipoli, also "Canakkale" eingeben sowie das türkische Wort für Kinder, also "cocuk".

Einen groben Schnitzer in Sachen Kriegsgeschichte leistet sich diese Aufführung: Eines der Kinder fuchtelt mit der Nachbildung einer russischen Kalaschnikow-MG vom Typ AK47 herum (zu sehen ab 3.16 Minuten im Clip).



Eine AK47. Bildquelle: wikipedia

Nun ist aber dank wikipedia hinreichend bekannt, dass ein Prototyp der AK47 erst 1946 gebaut wurde und das Ding ab 1947 in der Sowjetunion in Serie produziert wird. Und die Schlacht von Gallipoli/Canakkale fand bereits in den Jahren 1915/16 statt. Bleibt also nur zu hoffen, dass die Schongauer Gruppe im Peißenberger Pfarrheim nicht den gleichen Fehler gemacht hat. Ansonsten gilt für den Organisator des Spiels: Setzen, in Geschichte durchgefallen!

Bumm, Bumm, Bumm, Bumm: Video eines Vierfach-Crashs bei der Oberland-Rally

Ein Video eines Vierfach-Crashs bei der Oberland Rally in Wildsteig hat ein Hobbyfilmer bei Youtube eingestellt. Vorab: Den Fahrern ist zum Glück nichts passiert.

Zuerst trägt es ein Fahrzeug aus der verschneiten Kurve in den Straßengraben. Gut eine Minute später rutscht das nächste Auto in den Graben und auf den Wagen drauf. Der Dritte im Bunde lässt auch nicht lange auf sich warten und rutscht wenige Sekunden später aus der Straße gegen einen Baum. Auto Nummer vier fährt als nächstes um die Kurve und mitten in den am Baum Geparkten hinein. Als optisches I-Pünktchen des Clips rieselt zum Schluß auch noch der Schnee vom Baum auf die Autos.

Bemerkenswert ist der Dialog zwischen dem Sprößling des Hobbyfilmers und dem hilfsbereiten Papa: (9 Sekunden nach Beginn des Clips)

"Willst Du dem helfen, Papa?"

"Dem brauchen wir nicht mehr helfen. Das hat sich."

Nachdem ein Auto gegen einen am Baumstumpf am Rand kracht, spannt der Filius, dass sich die beiden offenbar den idealen Abschnitt zum Gaffen ausgesucht haben (1:29 Minuten):

"Das war, glaub' ich, die richtige Stelle."

Pittoresk finde ich übrigens, wie der Schnee zum Ende des Videos vom Baum fällt, gegen den soeben das vierte Auto gefahren ist.

Fundstücke im Netz - Schongau in den Sechzigern und heute

Schon mal von Flickr gehört? Auf dieser Fotocommunity kann jeder Hobbyfotograf seine Bilder online stellen. Wer unter dem Stichwort "Schongau" sucht, findet ein paar jahrzehnte alte Bilder, die zeigen, dass sich die Lechstadt irgendwie kaum verändert hat.

Zum Vergleich: Schongau früher und heute.



Quelle: www.flickr.com

Das Flickr-Bild zeigt die Christophstraße im Jahr 1990. Scheint zwar Sommer zu sein. Allerdings findet sich im glorreichen Jahr unseres Triumphes von Rom keine einzige Deutschland-Flagge auf den Balkonen. Na, das sah 2006 aber anders aus.

So sieht es jedenfalls heute in der Christophstraße aus:



Heute steht zwar ein Bäumchen vor den Parkplätzen. Aber sonst hat sich in der Tat nicht viel verändert.

Als nächstes die Münzstraße samt Rathaus und Schongauer Nachrichten in den sechziger Jahren. Besonders gut gefällt mir Nostalgiker der 300er Mercedes vor der Redaktion.



Quelle: www.flickr.com

Zum Vergleich: Das Ganze im Jahr 2008.



Next: Lindenplatz in the Swingin' Sixties:



Quelle: www.flickr.com

And the Lindenplatz today:



Etwas hat sich zumindest ein wenig in Schongau verändert. Und zwar in der Bahnhofstraße. Die Tankstelle auf dem Flickr-Bild ist von der einen auf die andere Straßenseite gewandert und heißt jetzt "Esso". In der alten Tanke (deren Franchisegeber auf dem Bild leider nicht zu erkennen ist) ist heute ein Opel-Händler. Statt dem beschaulichen Tankstellen-Häuschen findet sich heute ein grauer, grauslicher, zweistöckiger Klotz, in dem ein Autohaus untergebracht ist. Dessen Baupläne offenbar auch aus den 60ern stammen. Weiß jemand übrigens, was das für ein Ford-Model ist, das vor der Tanke steht?



Zum Vergleich: Das Ganze heute.

Vorsicht beim Posten auf Lokalisten und StudiVz! Das Netz vergisst nie!

Egal ob "Lokalisten", "StudiVz" oder "Myspace": Social Communities liegen voll im Trend. Der gesamte Freundes- und Bekanntenkreis ist angemeldet und gibt uns Einblicke ins Privatleben. Manchmal fragt man sich aber schon, ob einige Leute ihr Hirn vor dem Posten einschalten.

Zum Beispiel zeigt uns eine 21-jährige Peitinger SPD-Gemeinderätin aufreizende Fotos in Reizwäsche. Ein Dame aus dem Schongauer JU-Vorstand wiederum zeigt uns ihren zugegebenermaßen recht tiefen Ausschnitt auf jedem zweiten Bild ihres Lokalisten-Profils. Is' zwar ziemlich lecker anzuschauen. Aber vorsicht, Leute! Solche Aktionen können nach hinten losgehen.

Denn mittlerweile durchforsten auch etliche Personalchefs die Lokalisten- und StudiVz-Profile der Bewerber. Und da kann es ganz schnell passieren, dass Ihr Euch beim Bewerbungsgespräch für ein Foto rechtfertigen müsst, auf dem Ihr kotzend bei der Beach-Party vor zwei Monaten zu sehen seid. Hirngespinste? Wer's nicht glaubt, braucht sich bloß diesen Beitrag des NDR-Medienmagazins Zapp anschauen:




Übrigens: Bei Lokalisten kann zum Beispiel jeder User sämtliche
Bilder im Profil mit einem simplen Rechtsklick herunterladen. Sprich: Was auch nur fünf Sekunden im Netz zu finden ist, landet möglicherweise sofort auf einer fremden Festplatte. Und anschließend vielleicht auf einer Tauschbörse für Erotikbilder.

Wie so etwas gehen kann, zeigt uns dieser kleine amerikanische Clip, der in amerikanischen Schulen den Jungs und Mädels die Gefahren des Postens intimer Bilder verdeutlicht:



Get the message: Anything you post online - anyone can see!

Alles, was Du online stellst, kann auch jeder sehen. So wie Sarahs roten Slip im Video. Oder die Reizwäsche der beiden Nachwuchs-Politikerinnen aus Schongau und Peiting.

Sonntag, 14. Januar 2007

die musik!

Los Straitjackets - Der coole Soundtrack zum sensationell warmen Winter

Photo by Jim Graham
© www.yeproc.com

Wie abgefahren ist das denn?

Vier Jungs verkleiden sich mit den Masken mexikanischer Wrestler, brabbeln bei ihren Auftritten ein klischeehaftes Mexikanisch-Englisch-Gemisch und kommen noch dazu
aus Nashville / Tennesse, der offiziellen Hauptstadt der Country-Music.

Und erst ihre Musik: Surf-Rock-Coversongs von "My heart will go on" oder der Titelmelodie der Fernsehserie "The Munsters".
Das Quartett nennt sich "Los Straitjackets" und ihr Sound kommt so lässig daher wie ein eiskalter Tequila Sunrise an einem heißen August-Abend.
Weil man sich nur schwer vorstellen kann, wie
Celine Dions Kitsch-Bombe im Beach-Boys-Gewand klingt, empfiehlt sich auf jeden Fall eine Hörprobe auf ihrer Homepage.

Obwohl es die Straitjackets schon seit 1988 gibt, sind sie trotz einiger Auftritte beim amerikanischen Talkshow-König Conan O'Brien leider noch nicht über den undankbaren Status einer Kult-Band hinausgekommen. Was einmal mehr beweist, dass Innovation und Massengeschmack sich nicht zwangsläufig vertragen. Macht nix - von der "jugendseite" bekommen sie trotzdem das Prädikat "extrem empfehlenswert" und wir erklären die Straitjackets hiermit zum Soundtrack für den carambamäßig warmen Januar.

Freitag, 5. Januar 2007

die musik!

Relikt aus einer besseren Jugendkultur

© Universal

Was haben wir damals gelacht!

Pubertierende Heerscharen in kollektiver Hysterie bei ihren Konzerten. Tränen, Schreikrämpfe! Teddybären und der erste BH fliegen auf die Bühne. Jede Woche werden sie pflichtgemäß auf Platz eins der Bravo-Charts gewählt. In den Teenie-Postillen kaum ein anderes Thema: Starschnitt, Startreff und regelmäßige "Wer ist der Süßeste?"-Wahlen.

Dann die Katastrophen im Lauf nur eines halben Jahres: 13, 14-jährige Mädchen drohen mit Selbstmord, weil Robbie ausgestiegen ist. Massenpanik gerade erst Geschlechtsreifer Gören, als sie wenige Monate später ihre Auflösung bekannt geben. Aus der Mädchen-Traum!

Ja, so war das mit Take That.

Der Spuk hat ein Ende, dachte man im Frühsommer 1996. Tiefer kann die Jugendkultur auch nicht sinken.

Heute sind wir klüger:

Tokio-Hotel, Paris Hilton und Sido.

Heute schüren die Medien eine weit schlimmere Hysterie. Wegen talentloser Kids aus dem Ossiland mit tuntigem Frontmann.

Wegen einer noch talentloseren Hotelerbin, deren einprägsamste Leistung darin besteht, sich vor laufender Kamera mit der vollen Ladung ihres Ex-Freunds vollzusauen.

Und wegen ... bah... Sido. Der Apokalypse der deutschen Jugendkultur! Texte, die auch von 16-jährigen Schulabbrechern kommen könnten. Und erst der Name: "Super-Intelligentes-Drogen-Opfer". Zweifellos sind zwei Bestandteile davon Blödsinn.


Hiermit gestehen wir offiziell ein:


Eigentlich war das gar nicht so schlimm mit Take That.

Eigentlich sind Back for Good und Babe ja feine Songs, die den Scheiß, der später von Echt und Tokio Hotel kam, mal locker in den Schatten stellen. Obwohl man damals ja Oasis oder Rage Against the Machine gehört hat und sowas auf keinen Fall gut finden durfte.

Jetzt sind sie wieder da: Take That! Ohne Robbie. Aber mit einer Saustarken Nummer.

Ja, Patience hat es völlig zurecht auf Platz 1 der deutschen Charts geschafft. Und das Lied ist auch hundertmal besser, als alles, was Robbie in den letzten beiden uninspirierten Jahren rausgebracht hat.

Ein Vorschlag deswegen: Wenn man sich überlegt, was für Mördersongs Robbie nach seiner Take-That-Zeit rausgebracht hat, wäre es doch keine schlechte Idee, Mr. Williams per Gerichtsbeschluss in Ketten zu legen und ihn jeden Abend zu seinen Ex-Kollegen auf die Bühne zu schleifen.

Welcome back Howard, Mark, Jason and Gary. Hoffentlich bleibt Ihr uns noch ein wenig erhalten...

Wir würden uns jedenfalls freuen, wenn heute ein Teenie-Notruftelefon wegen Euch und nicht wegen Bill Kaulitz eingerichtet wird.