Sonntag, 27. Juli 2008

Georg-Filser-Gedächtnissportfest: Gerade vorbei, schon auf Youtube

Mein lieber Schwan, was ist das Internet mittlerweile aktuell:

Erst vor wenigen Stunden, im Laufe des heutigen Sonntagnachmittags, ist das Georg-Filser-Gedächtnissportfest in Schongau zu Ende gegangen. Und schon kann ich mir auf Youtube das erste Video zum 1000-Meter-Lauf anschauen:

Mittwoch, 16. Juli 2008

Diktatoren vor Ort. Heute: Mobutu Sese Seko

Die Luftlande/Lufttransportschule der Bundeswehr in Altenstadt empfängt immer wieder Gäste von hohem politischen Rang:

Neulich war Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) zu Gast.
(Bericht der Schongauer Nachrichten)

Aber ein Blick ins Archiv der Schongauer Nachrichten zeigt, dass auch schon mal ein ganz anderer schwarzer Oberbefehlshaber an der LL/LTS zu Gast war.

Nämlich der hier:



Joseph Mobutu: Seines Zeichens ins Amt geputschter Ex-Präsident der Demokratischen Republik Kongo und einer der korruptesten Drittwelt-Dikatoren überhaupt.

Und zwar am 21. Mai 1964. Das ist der Bericht aus dem Archiv:



Ja, Mobutu war in Altenstadt. Und das ein gutes Jahr bevor der damalige Armeekommandeur des Kongo (heute als Zair bekannt), den Präsidenten Joseph Kasavubu aus dem Amt putschte.

Die Seite Dictatorofthemonth schreibt einiges zum Lebenslauf Mobutus:

Um es kurz zu fassen: Anfangs wird er von den USA unterstützt, bald plündert er sein Land ruchlos aus, lässt Foltern und Morden und haut 1997 ins Exil ab. Ach ja: Zwischendrin betrieb er eine konsequente "Afrikanisierung" seines Landes: Mobutu ließ Ortsnamen oder der persönlichen Namen ändern, um eine „afrikanische“ Identität besser zu reflektieren und das Erbe der Kolonialzeit abzulegen. Sich selbst benannte er von Mobutu um in Sese Seko Kuku Ngbendu wa za Banga. Was ungefähr bedeutet: „Der machtvolle Krieger, der wegen seiner Ausdauer und seines unbeugsamen Siegeswillens von Eroberung zu Eroberung schreitet und Feuer in seiner Spur hinterlassen wird“

Peter Scholl-Latour übersetzte den Namen in "Mord am großen Fluß", seiner Sammlung genialer Afrika-Reportagen übrigens mit "Mobuto auf alle Zeit, der mächtige Hahn, der keine Henne unbestiegen läßt". Was angesichts seines Privatlebens einleuchtet.


Keine Frage: Josephdésirémobutusesesekokukungbenduwazabanga war ein Tyrann und ein Ausplünderer. Aber eines muss man ihm lassen: Seine Leopardenmütze, die hatte verdammt noch mal Stil:




Was Mode anging, hinkten andere Unterdrücker wie Nicolae Ceauşescu, Idi Amin oder Augusto Pinochet deutlich hinterher.

Donnerstag, 3. Juli 2008

Sensation: Zeller und Hartung auf einem Bild

Dass ich das noch erleben darf:

Landrat Dr. Friedrich Zeller (SPD) und der Schongauer Stadtrat Hans Hartung (CSU) lachen gemeinsam auf einem Foto.



Nein, natürlich lachen sie sich nicht gegenseitig an. Wäre angesichts der Kruzifix-Kontroverse zwischen Zeller und Hartung auch verwunderlich.

Jedenfalls lächeln der Chef des Schongauer Tourismusvereins und der Landrat bei der Bierprobe vor dem Volksfest pflichtschuldig in die Kamera.

Zugegeben: Beide nehmen den weitest möglichen Sicherheitsabstand ein und tun gar nicht erst so, als wollten sie sich hinterher eines Blickes würdigen.

Es ist ein Handymast! Wer hätte das gedacht?

Das Geheimnis ist gelüftet: Bei dem mysteriösen Masten an der Sonnenstraße, zu dem ich bereits zweimal gepostet habe (hier und hier, handelt es sich tatsächlich um einen Mobilfunkmasten:



Wer hätte das nur gedacht?

Die Sensation vermelden heute die Schongauer Nachrichten:

Die Firma O2 hat auf dem ehemaligen Richtfunkmasten an der Schongauer Sonnenstraße Sendemasten installiert und ist damit dem Beispiel von T-Mobile gefolgt.

Mit den neuen Masten will O2 die Altstadt flächendeckend versorgen. Der Sendemasten soll im August in Betrieb gehen. Ein Sprecher der Firma betont, dass die Richtwerte eingehalten seien.


Jetzt kann es nicht mehr lange dauern, bis sie zu Felde ziehen: Die Mobilfunk-Gegner. Aber bitte hurtig, bevor die Handystrahlung uns alle umbringt!

Aber das Ganze hat ja auch etwas Gutes: Wer angesichts der bevorstehenden Urlaubssaison nicht weiß, was er mit seiner freien Zeit anfangen soll, dem sei das Kultivieren einer handfesten Angst vor Mobilfunkstrahlung empfohlen.

Mehr dazu von Blogger David Harnasch:


Angst der Woche: Elektrosmog durch Mobilfunk
Published by senordaffy April 3rd, 2007 in Angst der Woche

Zielgruppe: Naturfreunde, die gegen ihren Willen gezwungen sind, in der Stadt zu leben und den hieraus resultierenden Frust kanalisieren möchten.

Sozialprestige: Als Gegner erscheinen mächtige Telefon- und Stromkonzerne, das bietet einen hohen David-gegen-Goliath-Faktor. Der Elektrosmogphobiker macht sich zum Anwalt unschuldiger Kinder und Senioren (die die Bedrohung nicht verstehen können) sowie aller anderen Mitmenschen (die die Bedrohung nicht verstehen wollen). Selbst „elektrosensibel“, ist er gleichzeitig ein bedauernswertes Opfer. Moralische Unterstützung erhält er von Naturheilern und Ärzten, die sich ein Zubrot verdienen möchten. **** / *****

Wahnwitzfaktor: Während eine aktuelle Studie aus dem “International Journal of Cancer” von keinem erhöhten Krankheitsrisiko durch Mobilfunk berichtet, weiß allein der Deutsche Alpenverein von Tausenden Fällen, in denen dank schnellerer Notrufe Leben gerettet und Leiden vermindert werden konnten. Bürgermeister Bloomberg ließ 2003 in New York nach Funklöchern fahnden, derentwegen Tausende Notrufe jährlich verzögert erfolgten. ***** / *****

Persönlicher Nutzen: Der Handyparanoiker genießt ungestörte Ruhe auch dann, wenn normale Menschen vergessen, ihr Telefon auszuschalten. Er wird weder nachts von betrunkenen Freunden geweckt, noch Sonntags von überstundenleistenden Kollegen belästigt. Im Theater, Kino und Restaurant fällt er nur bei schlimmen Hustenanfällen negativ auf. Alibis zum Zweck des Seitensprungs sind leicht zu konstruieren und schwer zu knacken. Da er seine Existenz niemals einem kleinen technischen Gerät übereignete, ist er vor dessen Verlust oder Defekt absolut sicher. Als einziger Mensch weit und breit weiß er bis zu zwanzig Telefonnummern auswendig, was er demnächst bei „Wetten Dass“ beweisen wird. Seine Wehwehchen haben andere auch, er aber hat außerdem einen Schuldigen. Erleidet er einen Unfall, kann er sich trotz allem darauf verlassen, dass ein Passant mit dem eigenen Mobiltelefon den Rettungsdienst ruft. **** / *****

Gesellschaftlicher Schaden: Gering. Da die gesamte zivilisierte Welt ohne Mobilfunk innerhalb weniger Stunden zusammenbräche, bewegt die Anti-Elektrosmog-Bewegung nur die eigenen Gemüter. Anti-Funk-Fanatiker trauen sich im persönlichen Kontakt meist nicht, so aggressiv wie manch militanter Nichtraucher aufzutreten. * / *****

Fazit: Die Angst vor elektromagnetischer Strahlung lässt sich bei überschaubarem Aufwand bestens in den Alltag integrieren. Wer mit dieser Phobie liebäugelt, hat in aller Regel bereits ein soziales Umfeld, das ihn bei seinem neuen Hobby begeistert unterstützen wird. **** / *****


Grandios ist übrigens diese TV-Kritik von Harnasch zu einem Brisant-Bericht über einen Elektrosensiblen:


"Schön, dass der MDR Herrn Weiner als Freak vorführt und nur so tut, als würde man ihn ernst nehmen."


Montag, 30. Juni 2008

Der V-Markt entdeckt Lokalisten als Werbeplattform

Sieh an, die V-Markt-Kette hat die Online-Community Lokalisten offenbar als Werbeplattform entdeckt. Oder wie sonst erkläre ich mir diese Gruppe:



Gruppe für alle die beim V-Markt arbeiten oder einkaufen.

Georg Jos. Kaes GmbH
"Ihr Partner für den preiswerten Einkauf" so lautet das Motto der Georg Jos. Kaes GmbH. Dieses Motto setzt die Georg Jos. Kaes GmbH mit Ihren V-Märkten, den V- Baumärkten, den Modemärkten und den angeschlossenen Tankstellen und Waschstrassen zur Zufriedenheit tausender Kunden in Taten um.

Die regionale Ausrichtung in Schwaben und Oberbayern spiegelt sich nicht nur im Verbreitungsgebiet, sondern auch in den Sortimenten wieder. In allen Vertriebsschienen bilden Waren regionaler Produzenten einen ausgewogenen Sortiments-Mix mit nationalen und internationalen Herstellern.

Die Aktivitäten der Georg Jos. Kaes GmbH werden aus Mauerstetten im Allgäu gesteuert.
Das mittelständische Handelsunternehmen befindet sich im Familienbesitz.


Dass sich hinter dem Gründer dieser Gruppe, einem gewissen "uwe1984" ein reines Werbeprofil verbirgt, dafür spricht einiges.

Zunächst einmal hat Uwe1984 nur dieses eine Bild in seinem Profil:



Keine Daten, außer dem Alter (23), dem Geschlecht (Mann) und derm Familienstand (Single). Keine Interessen, keine persönlichen Gedanken, gar nichts.

Außerdem hat uwe1984 genau zwei Freunde. Und einer davon, nämlich "haihappenschneider " hat uwe1984 zu den Lokalisten eingeladen. Sonst wäre uwe1984 nämlich gar nicht bei den Lokalisten. Und haihappenschneider wiederum ist auch Mitglied bei welcher Gruppe? Na? Richtig: V-Markt.

Ob haihappenschneider im V-Markt arbeitet? Das bleibt ungeklärt. Denn in seinem Profil steht:

"damit verdiene ich mein geld: Arbeiten"

"meine (ex-)firmen: sorry aber ich muss das Betriebsgeheimnis wahren"

Interessant auch, über welche Suchbegriffe man bei Lokalisten zu dieser Gruppe gelangt:


"Bad Bobingen Buchloe Erckheim Füssen Hirchzell Illertissen Immenstadt Kissing Lauingen Lechbruck Marktoberdorf Mauerstetten Memmingen Mindelheim München Neugablonz Oberammergau Pfronten Saulgrub Schwabmünchen Thannhausen Türkheim Weißenhorn Wörishofen fischen günzburg landsberg mittenwald nesselwang peiting v-markt"


Und jetzt ratet mal, in welchen Orten überall V-Märkte stehen? Na? Kleine Hilfe: Laut V-Markt-Homepage in


Bad Wörishofen, Bobingen, Buchloe, Erkheim, Fischen-Langenwang, Füssen, Günzburg,
Hirschzell, Ichenhausen, Illertissen, Immenstadt, Kaufbeuren, Kirchheim,Kissing,
Landsberg, Lechbruck, Marktoberdorf, Memmingen, Mindelheim, Mittenwald, München, Nesselwang, Neugablonz, Oberammergau, Peiting, Pfronten, Saulgrub, Schongau, Schwabmünchen,Thannhausen,Türkheim,Weißenhorn


Ja, die V-Markt-Kette nimmt die junge Zielgruppe mit dieser Werbestrategie voll ins Visier. Denn: Lokalisten ist hip. Weil: Alle coolen Leute sind ja dabei. Und wenn Du alle coolen Leute erreichen willst Mann, dann bist Du auch bei den Lokalisten.

Dienstag, 24. Juni 2008

Videos von den Schongauer EM-Feiern nach dem Viertelfinale: So jubeln die Deutschen - und so jubeln die Türken.

Türkei gegen Deutschland - heute Abend wird's ernst! Seit Tagen diskutieren auch die Schongauer über kein anderes Thema so sehr wie über das EM-Halbfinale.

Wie es heute abend aussehen kann, wenn die Deutschen oder die Türken gewinnen - darauf gibt's auf diesem Blog bereits einen Vorgeschmack: Mit diesen beiden Videos, die ich jeweils nach dem Viertelfinal-Sieg der beiden Mannschaften im Schongauer Stadtzentrum gedreht habe.

Vieles ist über die unterschiedlichen Stärken der beiden Mannschaften geschrieben worden. Aber auch die Fans beweisen verschiedene Qualitäten:


Die Deutschen sind im Autokorso überlegen.




Die Türken dafür im Feiern auf dem Marienplatz. Und sie zünden Feuerwerk.