Sonntag, 14. Januar 2007

die musik!

Los Straitjackets - Der coole Soundtrack zum sensationell warmen Winter

Photo by Jim Graham
© www.yeproc.com

Wie abgefahren ist das denn?

Vier Jungs verkleiden sich mit den Masken mexikanischer Wrestler, brabbeln bei ihren Auftritten ein klischeehaftes Mexikanisch-Englisch-Gemisch und kommen noch dazu
aus Nashville / Tennesse, der offiziellen Hauptstadt der Country-Music.

Und erst ihre Musik: Surf-Rock-Coversongs von "My heart will go on" oder der Titelmelodie der Fernsehserie "The Munsters".
Das Quartett nennt sich "Los Straitjackets" und ihr Sound kommt so lässig daher wie ein eiskalter Tequila Sunrise an einem heißen August-Abend.
Weil man sich nur schwer vorstellen kann, wie
Celine Dions Kitsch-Bombe im Beach-Boys-Gewand klingt, empfiehlt sich auf jeden Fall eine Hörprobe auf ihrer Homepage.

Obwohl es die Straitjackets schon seit 1988 gibt, sind sie trotz einiger Auftritte beim amerikanischen Talkshow-König Conan O'Brien leider noch nicht über den undankbaren Status einer Kult-Band hinausgekommen. Was einmal mehr beweist, dass Innovation und Massengeschmack sich nicht zwangsläufig vertragen. Macht nix - von der "jugendseite" bekommen sie trotzdem das Prädikat "extrem empfehlenswert" und wir erklären die Straitjackets hiermit zum Soundtrack für den carambamäßig warmen Januar.

Freitag, 5. Januar 2007

die musik!

Relikt aus einer besseren Jugendkultur

© Universal

Was haben wir damals gelacht!

Pubertierende Heerscharen in kollektiver Hysterie bei ihren Konzerten. Tränen, Schreikrämpfe! Teddybären und der erste BH fliegen auf die Bühne. Jede Woche werden sie pflichtgemäß auf Platz eins der Bravo-Charts gewählt. In den Teenie-Postillen kaum ein anderes Thema: Starschnitt, Startreff und regelmäßige "Wer ist der Süßeste?"-Wahlen.

Dann die Katastrophen im Lauf nur eines halben Jahres: 13, 14-jährige Mädchen drohen mit Selbstmord, weil Robbie ausgestiegen ist. Massenpanik gerade erst Geschlechtsreifer Gören, als sie wenige Monate später ihre Auflösung bekannt geben. Aus der Mädchen-Traum!

Ja, so war das mit Take That.

Der Spuk hat ein Ende, dachte man im Frühsommer 1996. Tiefer kann die Jugendkultur auch nicht sinken.

Heute sind wir klüger:

Tokio-Hotel, Paris Hilton und Sido.

Heute schüren die Medien eine weit schlimmere Hysterie. Wegen talentloser Kids aus dem Ossiland mit tuntigem Frontmann.

Wegen einer noch talentloseren Hotelerbin, deren einprägsamste Leistung darin besteht, sich vor laufender Kamera mit der vollen Ladung ihres Ex-Freunds vollzusauen.

Und wegen ... bah... Sido. Der Apokalypse der deutschen Jugendkultur! Texte, die auch von 16-jährigen Schulabbrechern kommen könnten. Und erst der Name: "Super-Intelligentes-Drogen-Opfer". Zweifellos sind zwei Bestandteile davon Blödsinn.


Hiermit gestehen wir offiziell ein:


Eigentlich war das gar nicht so schlimm mit Take That.

Eigentlich sind Back for Good und Babe ja feine Songs, die den Scheiß, der später von Echt und Tokio Hotel kam, mal locker in den Schatten stellen. Obwohl man damals ja Oasis oder Rage Against the Machine gehört hat und sowas auf keinen Fall gut finden durfte.

Jetzt sind sie wieder da: Take That! Ohne Robbie. Aber mit einer Saustarken Nummer.

Ja, Patience hat es völlig zurecht auf Platz 1 der deutschen Charts geschafft. Und das Lied ist auch hundertmal besser, als alles, was Robbie in den letzten beiden uninspirierten Jahren rausgebracht hat.

Ein Vorschlag deswegen: Wenn man sich überlegt, was für Mördersongs Robbie nach seiner Take-That-Zeit rausgebracht hat, wäre es doch keine schlechte Idee, Mr. Williams per Gerichtsbeschluss in Ketten zu legen und ihn jeden Abend zu seinen Ex-Kollegen auf die Bühne zu schleifen.

Welcome back Howard, Mark, Jason and Gary. Hoffentlich bleibt Ihr uns noch ein wenig erhalten...

Wir würden uns jedenfalls freuen, wenn heute ein Teenie-Notruftelefon wegen Euch und nicht wegen Bill Kaulitz eingerichtet wird.

Dienstag, 26. Dezember 2006

der webtipp.

PER INTERNET ZU DEN PARTYS IM LANDKREIS WEILHEIM-SCHONGAU

(c) pixelquelle.de

Kaum zu glauben, aber im Landkreis Weilheim-Schongau ist so einiges geboten in der Silvesternacht. Von wegen also, tote Hose. Nur, wie kommt man ran an den Speck? Informationen gibt's im Internet; "die jugendseite." hat sie für Euch zusammengesucht. Unter den folgenden Adressen findet sich Relevantes in Sachen "Jahreswechsel"...

Lagerhaus Schongau (www.lagerhaus-schongau.de)
Bergwerk Peiting (www.bergwerk-peiting.de)
Discothek Baghira Weilheim/Tankenrain (www.discothek-baghira.de)
Musikkneipe Treibsand Weilheim (www.treibsand-weilheim.de)
Waldstraße 4 Huglfing (www.waldstrasse-4.de)
Hub Silvester Festival Penzberg (www.silvester-penzberg.de)
Saustall Bernried (www.saustall.com)

Und auch knapp jenseits der Landkreisgrenzen gibt's lohnenswerte Klicks:

Westtorhalle Murnau (www.westtor.de)
Karma Lounge Murnau (www.karma-lounge.de)

...und natürlich gibt's wie immer die Hinweise auf die Veranstaltungs-Sammelseiten:

www.pagu.de
www.ammerseeseite.de


(cu)


Montag, 18. Dezember 2006

der tipp.

BITS, BEATS UND BIER IM EXIL


Weilheims Nachtleben ist seit geraumer Zeit um eine Kneipe reicher - obwohl "Kneipe" die Sache nicht ganz trifft. Es handelt sich vielmehr um ein Atelier von drei Künstlern aus Weilheim und Umgebung, die ihren Arbeitsplatz abends öffnen und bisweilen dort sogar Konzerte veranstalten: der Maler Rainer Heidorn, der Bildhauer Oliver Klassen und der weltbekannte Saxofonist Johannes Enders

Am Samstag, 23. Dezember 2006, wäre beispielsweise ein guter Moment, diese neue Location auszuprobieren, denn ab 20 Uhr sorgen die Bit Sisters für laut Betreiber Heidorn für chilligen Electrosound. Na denn, ab ins "exil."


(cu)

Dienstag, 12. Dezember 2006

die geisterbeschwörung.

LEBST DU NOCH?



Quelle: pixelquelle.de

Heute: Elli Erl und Lorenzo.

Unter dieser Rubrik begeben wir uns künftig auf die Spuren von Promis der Kategorien D bis F: Den Zlatkos, den Küblböcks oder den Las Ketchup.
Den Hämorrhoiden der Multimedia-Welt: Ständig präsent und verdammt unangenehm. Was treiben sie heute, nachdem ihre
15 Minuten Ruhm zu Ende gegangen sind?
Rotlicht-Viertel oder 9-Live? Wir gehen der Sache nach!

Den Anfang machen heute zwei F-Promis, die trotz der mächtigen PR-Maschine von DSDS schon eine knappe Woche nach dem Ende der Show sang- und klanglos aus den Schlagzeilen verschwanden.
Und heute mit Sicherheit jubeln, wenn Einladungen zu Eröffnungen von Tengelmann-Filialen und Dreifach-Turnhallen in Hausham oder
Wanne-Eickel auf den Tisch flattern.

Zuerst: die unvergesse Elli Erl!

Elli wer?

Na, die
niederbayerisch-stämmige Wuchtbrumme, der die bösen BILD-Schreiber einst das Eitikett "Pummelstar" aufdrückten. Wieso auch immer...

Nun, jedenfalls meinte die Ausnahmekünstlerin, dass sie es auch ohne Bohlensche Unterstützung nach ganz oben schaffen kann. Warum auch nicht?!


Sicher, Onkel Dieter hat schon die absolut talentfreien Alexander Klaws und Daniel Küblböck mit seinen gnadenlosen Ohrwürmern an die Spitze der Charts gebracht. Aber die beiden hätten den Erfolg ja auch locker aus eigenem Talent hingekriegt, nicht?

Es kam jedenfalls, wie es kommen musste: Trotz DSDS-Siegtitiel nur Nummer 3 der Hitparade erreicht (allein diese Leistung ist schon einzigartig), danach wie ein Sturzkampfbomer die Charts runter und heute offizielle Interpretin des firmeninternen Songs der Deutschen Post.


Sicher: es hätte auch schlimmer kommen können.

Wo wir bei Lorenzo wären:

Gesehen bei: bild.de

Nach seinem Auftritt als Pausenclown der Pro-7-Show "die Alm" heißt es für die viertklassige Küblböck-Kopie (was für ein erbärmliches Etikett) jetzt: Pimmel ab für die PR! Dass die Bilder von Lorenzo in Reizwäsche und Strapsen ein klarer Verstoß gegen die Genfer Konvention sind, sei nur so am Rande bemerkt.

Lach nicht, Tobias Regner! Früh genug machst
Du so etwas auch, damit "taff" und "Explosiv" noch über Dich berichten.

Bleibt abschließend die Frage: Wann läßt sich Elli eigentlich zur Frau umbauen?

(fr)


der tipp.

(c) Universal


SILVESTER MIT BLACK EYED PEAS UND SCISSOR SISTERS!



"Was geht'n an Silvester...?" Wer diesen höchstnervigen Satz nicht mehr hören kann, dem sei eine sehr frühe Planung der, blahblah, wichtigsten Nacht des Jahres ans Herz gelegt. Ist doch so: Alle, die schon am ersten Advent rumnölen, wo denn heuer die Party der Parties steigt, sind doch eh nur wieder die, die zu faul sind, mal selber was zu organisieren.

Also, bloß weg! Zum Beispiel auf eine der fünf "Five Cities, One Party"-Party eines großen Mobilfunktelefonherstellers aus Finnland. In Mumbai, New York, Rio, Hongkong und Berlin wird groß der Jahreswechsel gefeiert - und nachdem Mumbai gerade nicht der nächste Weg ist, empfehlen wir das Brandenburger Tor in Berlin.

Dort treten die Black Eyed Peas und Scissors Sisters auf und nachdem beide Bands nicht gerade für schwermütige Klänge bekannt sind, könnte man fast von einer Garantie für ein rauschendes Fest sprechen...
(cu)

Infos gibt's unter , www.kartenhaus.de oder www.eventim.de. Die offiziellen Künstlerseiten gibt's hier: www.scissorsister.com / www.blackeyedpeas.de

Mittwoch, 6. Dezember 2006

die musik.

© Universal

BLACK EYED PEAS: "MONKEY BUSINESS"

So schnell kann's gehen - eben noch ungewöhnlicher Westcoast-Hip-Hop-Geheimtipp, und schon zack!, rauf auf die Top-Of-The-Pops-Bühne. "Elephunk" (2003) war ganz klar der große Durchbruch für das Quartett; dass die Musik des Kollektivs immer wurzelverbunden blieb, ist hoch anzurechnen.

Auf dem neuesten Wurf mitten auf dem Höheflug nun wandeln die Peas im Jahr 2005 zwischen Wahnsinn und Genius; fürchterlich kommerzige Songs sind genauso drauf wie wahnsinnig geniale.

Wer beispielsweise den "Miserlou"-Bastard "Pump It" hört, ist versucht zu denken, dass das Original nur dafür gemacht wurde, für diesen Song als Grundlage zu dienen - derart gut passen die Vocals von Fergie und die Raps von Apl De Ap, Will I Am und Taboo darüber.

Wer auf "Gone Going", einer Jack-Johnson-Coverversion (auf der der Meister des entspannten Surf-Folks selbst Hand mit anlegt) die dazuarrangierten Funk-Bläser hört, fragt sich, wieso Jack Johnson auf dem Original da nicht selbst draufgekommen ist.

Und wer das Duett mit Soul-Pate James Brown "The Don't Want Music" schwitzen, schreien und grooven hört, weiß: diese Truppe hat höchste Ahnung von dem, was sie da sampled und neu mischt.

All diese genialen Momente, die ganz nebenbei auch noch abgehen wie Zäpfchen, lassen über Seltsames (etwa "My Style" mit Justin Timberlake) großzügig hinwegsehen.

Dazu kommt, dass die CD vorbildlich und einfallsreich verpackt ist. Das lustig zu lesendes Booklet und seine hochwertige Produktion schöpft den großen Vorteil aus, die eine CD gegenüber einer Platte hat: An ein aufwändig designtes LP-Cover kommt so schnell nichts, außer ein interessantes/lustiges/kunstvolles Booklet.

Fazit: Eine CD, deren große Momente überwiegen und über allzu Kommerziges hinwegtrösten.



(cu)