Montag, 15. September 2008

Altenstadt: Hammer-Fallschirmsprung mit einer "Wingsuit"

Ein Youtube-User hat das Video eines sensationellen Fallschirmsprunges über Altenstadt auf hochgeladen. Grandiose Luftaufnahmen, beeindruckendes Panorama aus über tausend Metern Höhe. Mehrere Springer in "Wingsuits" beim Landeanflug auf Altenstadt.

Wer nicht weiß, was eine Wingsuit ist - Wikipedia liefert wie immer die Antwort:

Ein Wingsuit ist ein Flügelanzug für Fallschirmspringer mit Flächen aus Stoff zwischen den Armen und Beinen, um die vertikale Fallgeschwindigkeit auf bis zu 80 km/h zu senken und in eine horizontale Vorwärtsgeschwindigkeit von bis zu 250 km/h umzuwandeln. Dadurch können beträchtliche horizontale Strecken zurückgelegt werden, wie beispielsweise die Überquerung der Straße von Gibraltar von nicht weniger als 20,5 km.[1]


So sieht das Ding aus:



Quelle: www.wikipedia.de

Und so sieht der (die? das?) Wingsuit beim Sprung aus:



Quelle: www.wikipedia.de


Und das ist der Youtube-Clip. Sehen und staunen!

Donnerstag, 11. September 2008

Die Werbespots der Parteien zur Landtagswahl - Heute: Die CSU

In unregelmäßigen Abständen werde ich hier die Werbespots der Parteien zur Landtagswahl in Bayern vorstellen und kommentieren. Den Anfang macht heute die CSU: Bieder inszeniert, dennoch aussagekräftig.



Was der Spot vermitteln soll, erklärt die CSU auf ihrer Homepage selbst auf ihrer Homepage:

"Unser Spitzenkandidat Günther Beckstein zeigt, warum die CSU die einzige Partei ist, die Bayerns Erfolgsweg fortsetzen kann."

Und so zeigen die CSU, respektive Beckstein also, was in Bayern dank der Schwarzen so alles vorbildhaft läuft. Damit der Zuschauer mit der Interpretation der Bilder auch ja nicht überfordert wird, kommentiert Beckstein die Szenen aus dem Off.

Erste Szene: Beckstein im Anzug, lässig ohne Krawatte, diskutiert mit einer Meute Schulkinder. "Bildung wird ganz großgeschrieben. Wie haben in Bayern die besten Schulen und die besten Schüler Deutschlands." Subtext: Seht her, ich kann soagr richtig locker sein. Auch wenn ich sonst so steif daherkomme wie ein Nußknacker.

Zweitens: Ein Haufen Kinder rennt kreischend auf Beckstein zu, dahiner schieben mehrere Mütter ihre Kinderwägen. Das könnte bedeuten: Was Tokio Hotel schaffen, das schaffe ich schon lange. Aber die Bedeutung ist eine andere und wird von Beckstein auch gleich geliefert. "Für mich sind Familien und Kinder das wichtigste."

Drittens: Beckstein inmitten von Robotern in einer Fabrikhalle. Auch hier bleibt nichts der Phantasie überlassen. Denn Beckstein erklärt: "Bayern ist amtierender Deutscher Meister beim Wirtschaftwachstum." Mit dem Vergleich will die CSU offensichtlich die Fußball-Fans ansprechen.

Viertens: Zwei Polizisten reiten an Beckstein vorbei. Ein wenig seltsam, denn in Bayern werden die Verbrecher und Islamisten eher selten von Polizisten hoch zu Ross gejagt. Anschließend winkt ein Motorradpolizist dem vorbeifahrenden Ministerpräsidenten zu. Der Kommentar dazu: "Bei uns in Bayern gibt es die wenigsten Verbrechen und die höchste Aufklärungsquote."

Dann zeigt sich der evangelische Beckstein noch mit dem katholischen Kirchenoberhaupt Papst Benedikt XVI. Ein BEckstein-Kommentar fehlt zwar, trotzdem ist der Subtext klar: Ich stehe zu den christlichen Wurzeln Bayerns.

Zum Schluß steht Beckstein noch neben Bundespräsident Horst Köhler. Botschaft: Mich nehmen auch Leute ernst, die auf Bundesebene etwas zu sagen haben.

Immerhin bleiben die Szenen bleiben hängen, was bei Fernsehspots entscheidend ist. Schließlich können Parteien in den Filmchen nicht groß argumentieren. Der Spot muss eine Botschaft in verkürzter und eingängiger Form rüberbringen - und das in der knapp bemessenen Zeit von einer Minute. Und das gelingt dem CSU-Spot ganz gut.

Doch der Spot wirkt so unsäglich langweilig. Kinder, winkende Polizisten, der herumspazierende Beckstein. Gähn! Kann man das nicht ein wenig mehr emotionalisierend machen? Vor allem nervt die lasche Hintergrundmusik. Unaufdringliche, fast schon einschläfernde Gitarrenklänge, die besser zu einer Kaffewerbung passen. Da würde es nicht überraschen, wenn Beckstein auf einmal aus einem Haferl Kaffee nippt und schwärmt: "Das Aroma Mittelamerikas..."

Wie man so einen Spot tausendmal ansprechender produziert, kann Beckstein von einem anderen Konservativen lernen. Der kommt aus den USA und heißt John McCain.

Das ist sein Youtube-Clip "Man in the Arena":



Eingängige Szenen, schnelle Schnitte und das ganze untermalt von einer treibenden, spannungsgeladenen Musik, die an das Thema aus dem Film "The Fog of War" erinnert.

Zu Beginn eine Kamerafahrt durch die Wolken, dann erscheint der Satz: "Die Zeit ist gekommen." Anschließend ist Winston Churchill zu sehen, im Hintergrund läuft seine berühmte Rede "we shall fight on the beaches...", die er auf dem Höhepunkt des Krieges gegen Nazi-Deutschland gehalten hat.

Dann McCain am Rednerpult und im Gespräch mit Verteranen. McCain sagt:

"Behaltet den Glauben. Behaptet Euren Mut. Haltet zusammen. Bleibt stark. Gebt nicht nach. Weicht nicht zurück. Steht auf. Wir sind Amerikaner und wir werden niemals ergeben. Sie werden sie ergeben"
Sie werden kapitulieren.

Dann Bilder vom jungen McCain in vietnamesischer Kriegsgefangenschaft. Im Hintergrund spricht wieder Churchill: "Gebt niemals nach!"

Annschließend Bilder vom beinharten US-Präsidenten Teddy Roosevelt, dann wieder von McCain, wie er salutierend aus der Gefangenschaft zurückkehrt. Dann ist noch ein kleines Kind mit Cowboyhut und amerikanischer Flagge zu sehen, zum Ende hin läuft ein Mädchen mit wehenden Haaren in der Abendsonne durch ein Feld.

Zum Schluss: "Niemand soll mir erzählen, dass wir unser Land nicht stärker machen können. Das können wir und das werden wir auch, wenn ich Präsident bin. Gott schütze Amerika."

McCains Botschaft ist klar: "Ich bin genau der Anführer, den ihr braucht. Gerade jetzt, wo die feigen islamischen Terroristen unsere Freiheit bedrohen. Ich weiß, was Krieg ist. Denn ich bin ein richtiger Soldat gewesen, nicht so ein feiger Vietnam-Drückeberger wie dieser George W. Ich bin sicher kein Strahlemann wie dieser ewig grinsende Obama. Das waren Chruchill und Roosevelt genausowenig. Aber sie waren verdammt erfolgreich."

Zugegeben: McCains Wahlspot ist Pathos pur. Aber er wirkt.

Dienstag, 9. September 2008

Simona Brokmann aus Altenstadt spielt in RTL-Serie - Die Kritiken dazu fallen mies aus

Die Altenstadterin Simona Brokmann spielt in der RTL-Actionserie "112-Sie retten dein Leben". Das vermelden die Schongauer Nachrichten heute:

Hauptrolle bei RTL
Altenstadt – Eine Altenstadterin ist eine der Hauptdarsteller der neuen RTL-Actionserie " 112-Sie retten dein Leben". Simona Brokmann ist seit 25. August täglich zu sehen.

Für die Darstellung der Blinden habe ich bereits von verschiedenen Seiten positive Rückmeldungen und sogar Fanpost bekommen", freut sich Simona Brokmann. Sie verkörpert in der Serie, in der ein kombiniertes Einsatzteam aus Polizei-, Feuerwehr- und Rettungskräften im Mittelpunkt steht, die blinde Koordinatorin der Truppe, Rita Brandt. Zu der Rolle kam sie über ihre Kölner Schauspielagentur. Dort befinden sich auch die RTL-Studios, in denen die Innenszenen der Serie gedreht wurden. Brokmann ist in Düsseldorf aufgewachsen, wo sie mit 18 Jahren eine Ausbildung zur Krankenschwester begann. Sie gab ihre Arbeit in einem Herzzentrum jedoch nach wenigen Jahren auf und entschied sich, Schauspielerin zu werden.



Hier finden sich noch einige Angaben zu Simona Brokmann von ihrer Agentur.

Demnach hat Brokmann bislang wenig TV-Erfahrung, außer in ein paar eher unbedeutenden Rollen in der ARD-Serie Marienhof.

"112-Retter" in Uniform ist offenbar eine ziemlich billige Version von Serien wie "Emergency Room". Die platte Version des sowieso schon reichlich seichten Arztserien-Formats für den anspruchslosen RTL-Seriennachmittag. Das lassen jedenfalls einige Kritiken vermuten, die im Netz veröffentlicht wurden.

Eine miserable Kritik gab es etwa auf www.quotenmeter.de:


Insgesamt muss festgestellt werden, dass all das für ein Format von netto 22 Minuten viel zu viel ist und im Ergebnis weder Fisch noch Fleisch geworden ist. So ist es dann auch mehr als fraglich, ob RTL mit der nächsten Daily im Programm gerade den problematischen Sendeplatz um 17.00 Uhr in den Griff bekommen kann.

Neben aller Banalität muss RTL aber positiv zugute gehalten werden, das neben dem eigentlichen Versuch ein solches Format zu entwickeln aber vor allem die Kombination mit der im Anschluss laufenden Soap «Unter Uns» gelungen ist. Denn hierdurch kann der Sender auf einen Audience-Flow setzen, der beiden Formaten zuschauertechnisch sicherlich nutzen wird.

Fazit: Für alle Soap-Fans zu empfehlen, alle anderen Zuschauer werden nach kurzer Zeit wieder die Flucht ergreifen. Denn am Ende bleibt doch nur eine harmlose neue Endlosserie aus dem Dunstschatten der Daily-Soaps.


Hier gibt es die vollständige Kritik.


Auch auf dem Blog Star Command Communiqué ist die Serie nicht besser weggekommen.

Bereits nach der ersten Folge hieß es:

Also, dieser erste Eindruck ist kein guter und etliche meiner Befürchtungen haben sich bestätigt. Ich lasse mich gern eines besseren belehren, deswegen werde ich mir noch die weiteren Folgen ansehen - wie lange ich es aushalte, bleibt abzuwarten. Bislang scheint es sich dabei nur um eine weitere tägliche Serie zu handeln, bei der “Realismus” mit “ä” geschrieben wird. Oder um es etwas blumiger zu sagen:

Wenn “Emergency!” der edle Champagner unter den Rettungs-Serien ist, dann ist “112 - Sie retten Dein Leben” ein Glas Ahoj-Brause, bei dem man allerdings sowohl das Wasser als auch die Brause vergessen hat und das Glas zudem schmutzig ist.


Der Autor hat die "112-Sie retten Dein Leben" wie angekündigt eine Woche lang verfolgt. Sein vernichtendes Resumé:

Immerhin ist es tatsächlich so, dass eine tägliche Serie, die die Arbeit von Feuerwehr und Rettungsdienst thematisiert, ein neues Konzept ist. Nicht neu ist hingegen die Umsetzung. Es ist mehr “Gute Zeiten, schlechte Zeiten”, nur dass die ganzen Jugendlichen durch (einigermaßen) erwachsene Menschen ersetzt wurden und halt nicht in einem hippen Café oder einer Werbeagentur arbeiten, sondern im Rettungswesen. Die persönlichen Geschichten, die erzählt werden, könnte so auch in irgendeine andere Umgebung gesetzt werden, sie sind völlig austauschbar und gehen mir mittlerweile auf die Nerven. Hier wurden Möglichkeiten einfach verschenkt. Mal ganz davon abgesehen, dass die Menschen genauso zickig reagieren, wie in jeder anderen Seifenoper. Gibt es ein Problem oder einen Konflikt, redet man nicht darüber, nein, man schweigt beleidigt. Auf diese Weise lässt sich der Konflikt über unzählige Episoden hinziehen und man muss sich nichts neues ausdenken.

Verschenkt wurden auch die Möglichkeiten, einen Hintergrund aufzubereiten, denn darüber erfährt man eigentlich nichts. Okay, man sieht, Rettungsdienst, Feuerwehr und Polizei unter einem Dach - das scheint eine Novität zu sein. Aber warum? Was ist das? So eine Art Pilotprojekt? Das wird nicht gesagt. Ist die Verwaltungschefin deswegen so hinter den Zahlen her, weil sie weiß, wenn die Kosten aus dem Ruder laufen, wird das Experiment auch ganz schnell wieder abgeblasen? Was ist das mit der “Paramedic”? Wird hier ein neues Berufsmodell für den Rettungsdienst ausprobiert? Fragen, deren Antworten recht spannend sein könnten. Leider wurde das alles in die Wolken geblasen für ein bisschen Action und 08/15-Seifenoper-Handlung.



Hier eine Video-Vorschau für die RTL-Serie "112-Sie retten Dein Leben":



Und hier das Intro zur Serie:



Wer sich ein eigenes Bild dieser Serie machen will: Sämtliche Folgen kann man sich kostenlos auf der RTL-Homepage ansehen.

Samstag, 6. September 2008

Audio-Diashow zum Rottenbucher Fohlenmarkt

Impressionen vom Rottenbucher Fohlenmarkt:




Die Schongauer Nachrichten berichten:

Riesenandrang beim Fohlenmarkt
Rottenbuch – Ein großer Andrang herrschte wieder beim Fohlenmarkt in Rottenbuch. An die 4000 Besucher aus nah und fern wollten die Versteigerung von exakt 93 jungen Pferden miterleben.

Bereits seit 1907 gibt es den Kaltblutfohlenmarkt in Rottenbuch, seit 1953 wird der Fohlenmarkt in der heutigen Form mit Versteigerung der Fohlen durchgeführt - so kann man die Spannung bei den Besuchern steigern. Laut Rottenbuchs Bürgermeister Andreas Keller ist dieser Fohlenmarkt der einzige, der unter freiem Himmel stattfindet.

In all den Jahren hat die Veranstaltung nichts von ihrer Faszination eingebüßt und ist als Zeugnis lebendigen Brauchtums ein Anziehungspunkt für Besucher aus nah und fern. ,,Es ist ein beeindruckendes Bild, wenn man die Qualität der Fohlen sieht, die von Jahr zu Jahr besser wird", schwärmte Florian Schelle, erster Vorsitzender beim Pferdezuchtverband Oberbayern, der die Auktion veranstaltet.

Sonntag, 31. August 2008

Antiquierte Informationen im Netz, oder: Wer braucht schon das Internet Archiv, wenn es die Homepage der Stadt Schongau gibt?

Das Internet ist das aktuelleste Informationsmedium. Dachte ich bislang immer. Bis ich mir die Homepage der Stadt Schongau genauer angesehen habe. Die digitale Antithese zu meiner Vorstellung von Aktualität in Netz.

Unter Rubrik Gemeindeorgane und der Unterrubrik Bürgermeister findet sich nämlich das hier:



Allen Ernstes führt die Seite immer noch Dr. Friedrich Zeller als ersten Bürgermeister der Stadt Schongau. Nun wurde der bekanntermaßen am 16. März zum Lanrat gewählt. Das weiß sogar schon die oben verlinkte des SPD-Kreisverbandes Weilheim-Schongau. Die vom Content her bertrachtet ebenfalls alles andere als up to date ist. Trotz der Überschrift "News und Aktuelles aus der Kreis-SPD" wurde die Seite zuletzt vor fast einem Monat aktualisiert.

Aber die Homepage der Stadt Schongau macht ohne weiteres dem Internet-Archiv Konkurrenz. Dort sind Seiten gespiechert, die bereits vor Jahren aus dem Netz verschwunden sind. Aber wer braucht das Internet-Archiv, wenn die Schongauer Homepage derart antiquierte Informationen enthält:



Kein Scherz: Dort steht tatsächlich, dass Zellers Amtszeit noch bis April 2002 (!!!) dauert.

Mal sehen: Vielleicht erfahre ich auf der Schongauer Homepage auch noch, ob Edmund Stoiber bei der anstehenden Bundestagswahl als Kandidat der Union antritt.

Samstag, 30. August 2008

Audio-Diashow: Die leerstehenden Geschäfte in der Schongauer Altstadt




Was für ein trauriges Bild: 17 leer stehende Geschäfte und Kneipen in der Schongauer Altstadt. Trotzdem sagt die Werbegemeinschaft Altstadt: "Mit dem Stadtzentrum geht es aufwärts."

Zu dem Thema berichten heute auch die Schongauer Nachrichten:

Trotz Aufschwung triste Ansichten
Schongau – Einzelhandel im Schongauer Stadtzentrum: Obwohl 17 Ladenflächen leer stehen, sieht die Werbegemeinschaft eine positive Entwicklung in der Altstadt.




Auf den ersten Blick ist es eine traurige Bilanz: Wer dieser Tage durch die Schongauer Altstadt flaniert, zählt insgesamt 17 leer stehende Ladenräume. Doch hinter der tristen Fassade verbirgt sich eine positive Entwicklung. Das meint zumindest Versicherungsmakler Thomas Eichler, zweiter Vorsitzender der Werbegemeinschaft: ,,Mit der Altstadt geht es wieder aufwärts."

Längst sei die Zahl der verwaisten Geschäfte rückläufig. Eichler verweist auch darauf, dass demnächst zwei neue Läden im Stadtzentrum eröffnen: Ein Friseur in der Münzstraße sowie am kommenden Dienstag ein Sandwich-Verkauf in der Wasserstraße. Eichler weiß auch von weiteren Vermietern, die mit Interessenten verhandeln.

Freilich ist längst nicht alles rosig im Zentrum. Vor allem strukturelle Defizite bereiten den Vermietern und Geschäftsleuten nach wie vor Probleme.

Immobilienmakler Jürgen Ruf weist darauf hin, dass viele leer stehende Läden eine Fläche von rund 100 Quadratmetern haben. Doch dieses Angebot gehe am Bedarf vieler Interessenten vorbei: ,,Für eine Kanzlei oder eine Versicherungsagentur sind 100 Quadratmeter zu groß. Für einen Supermarkt ist es wiederum zu wenig."

Auch seien nicht alle Straßen in der Altstadt gleichermaßen attraktiv für Geschäftsgründungen: ,,Die Christoph- oder Karmeliterstraße sind natürlich lange nicht so gut frequentiert wie die Münz- und Weinstraße oder der Marienplatz."

Ein weiteres Defizit spricht Rathaus-Vize Paul Huber (CSU) an: ,,Schongau hat ein vergleichsweise kleines Einzugsgebiet." Im Gegensatz zu Weilheim, mit bis zu 150 000 Menschen, komme die Lechstadt lediglich auf 50 000 potentielle Einkäufer.

Kann die Politik diese Nachteile überhaupt noch ausgleichen? ,,Leider übersteigt der Strukturwandel vielfach unseren Einfluss", meint Huber. Dennoch könne der Stadtrat einiges für die Einzelhändler tun. ,,In erster Linie betrifft das die Parkplätze im Zentrum."

Und deren Zahl sei in letzter Zeit sogar gewachsen, sagt der Rathausvize. ,,Wir haben wieder die Tiefgarage und den Bürgermeister-Schaegger-Platz. Hinzugekommen sind die Stellplätze vor dem alten Polizeigebäude in der Münzstraße." Auch am Buchenweg könnten bald mehr Parkflächen entstehen. ,,Damit wird sich der Stadtrat demnächst befassen." Geplant seien auch zusätzliche Stellplätze hinter dem Feuerwehrhaus.

Neben den strukturellen Problemen der Altstadt sind aber auch einige Schwierigkeiten hausgemacht: ,,In der Gegend um den Marienplatz sind die Ladenmieten teilweise viel zu hoch", sagt Thomas Eichler. ,,Manche Vermieter haben das erkannt und geändert. Doch bei anderen fehlt diese Einsicht leider noch."

Auch Vize-Bürgermeister Huber räumt Fehler der Stadtpolitik ein: ,,Mit der Pflasterung und Schließung des Marienplatzes haben wir vermutliche manchen Kunden vertrieben, der hinterher nicht wiedergekommen ist.

Adolf Raster aus Schongau, der einen Laden an der Münzstraße vermietet, macht der Stadtpolitik einen massiven Vorwurf: ,,Die Politiker haben einen Riesenfehler gemacht, als sie damals die ganzen Discounter in die Stadt geholt haben. Zum einen können die Einzelhändler mit ihnen preislich nicht mithalten. Zum anderen haben wir mittlerweile ein Überangebot an Geschäften in Relation zu unserer Einwohnerzahl."

Das sieht Thomas Eichler anders: ,,Die Discounter konnte man nicht verhindern. Da hat Schongau die selbe Entwicklung durchgemacht wie jede andere Stadt in unserer Nähe."

Ein Umdenken im Bezug auf die Altstadt fordert Brigitte Huber, Vorstandsmitglied der Werbegemeinschaft: ,,Man hat unser Zentrum viel zu lange schlecht geredet." Mittlerweile gebe es dort wieder ein umfassendes Warenangebot. ,,Vom Handy- und Elektronikgeschäft über Lebensmittelläden und erstklassigen Boutiquen bis hin zu kleineren Supermärkten kriegen Sie wieder alles." Jetzt sei es an der Zeit, dass der Aufschwung in der Altstadt auch in den Köpfen der Schongauer ankomme.

Zum Thema:

Auf einem virtuellen Rundgang im Internet sehen Sie, welche Geschäfte in der Altstadt (noch) leer stehen. Die Bildergalerie finden Sie unter: www.merkur-online.de/

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Außerdem gibt es Neues zu den beiden Gonizianer-Gebäuden: Die Immobilien stehen unter Zwangsverwaltung.

Siehe dazu den entsprechenden Bericht der Schongauer Nachrichten:

Zwangsverwaltung anhängig
Schongau – Neuigkeiten zu den verwaisten Gonizianer-Gebäuden in der Weinstraße.

Es ist eines der großen Rätsel in der Altstadt: Seit knapp zehn Jahren stehen die Räume der beiden Gonizianer-Gebäude an der Weinstraße leer. Früher waren sie an ein Betten- und an ein Modegeschäft vermietet. Doch seitdem hat es keine Nachmieter mehr gegeben. Unsere Redaktion hat nach den Gründen gefragt.

Dazu sprachen wir mit mehreren Personen, die vorgeblich die Hintergründe kennen. Doch keiner wollte sich öffentlich dazu äußern.

Rathaus-Vize Paul Huber sagte nur: ,,Ich habe dafür auch keine Erklärung." Warum es keine Nachmieter gegeben habe, wisse wohl nur der Eigentümer selbst. Doch August Gonizianer war für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Über seinen Bruder erfuhren wir, dass der ,,Diplom-Oeconom" (Berufsbezeichnung laut Telefonbuch) derzeit im Ausland weile. Dort betreibe er ,,universitäre Forschung". Doch wer einen Blick auf die leeren Geschäftsräume wirft, dem fallen an die Fenster geklebte, weiße Zettel ins Auge. Darauf steht, dass sich Mietinteressenten mit der Kemptner Rechtsanwaltskanzlei Dorn & Schwendinger in Verbindung setzen möchten.

Wir riefen dort an. Von Seiten der Kanzlei wurde uns lediglich mitgeteilt: ,,Seit 1. Juni 2006 ist ein Zwangsverwaltungsverfahren gegen August Gonizianer anhängig. Derzeit steht der Zwangsverwalter, Rechtsanwalt Dorn, in Kontakt mit Mietinteressenten."

Demnach ist August Gonizianer selbst nicht mehr befugt, die Räume zu vermieten.

Doch diese Rechtslage stellt potentielle Mieter vor Probleme: Thomas Eichler von der Werbegemeinschaft Altstadt, sagt: ,,Wenn das Gebäude unter Zwangsverwaltung steht, kann es einem Mieter passieren, dass er plötzlich rausfliegt, falls das Haus versteigert wird." Eichler kenne auch potentielle Mietinteressenten, die deswegen zögern. ,,Für die Altstadt ist es aber wichtig, dass die rechtliche Lage so bald wie möglich geklärt wird."

Montag, 25. August 2008

Schongauer Altstadt: Zwei neue Geschäfte kommen

Kaum zu glauben: Offenbar eröffnen demnächst zwei neue Geschäfte in der Schongauer Altstadt. Gerade in der Altstadt, wo seit Jahren ein Geschäftesterben sondergeichen zu beobachten ist.

Da haben wir zunächst ein Geschäft namens "Jean Berat" in der Münzstraße.



Keine Ahnung, was das sein soll. Auch Google spuckt bei Eingabe der Suchbegriffe "Jean Berat" nichts aus. Ein Blick ins Innenleben hilft ebenfalls nicht weiter. Kahle, weiße Räume zu sehen, weiter nichts. Dem Vernehmen nach handelt es sich um ein Friseurgeschäft.

Nicht weit davon entfernt, praktisch vis a vis macht offenkundig ab Dienstag, 2. September, auch ein Sandwich-Verkauf in der Wasserstraße auf. Zumindest verraten das die Plakate im Schaufenster.



Ein ziemlich problematischer Standort. Erstens liegt der Laden völlig versteckt in einer Seitenstraße. Ich habe ihn auch nur deshalb gesehen, als ich zufällig über die Wasserstraße in die Liedlstraße gegangen bin.

Zweites Problem: Sandwich-Läden - mal abgesehen von Subway-Filialen - erweisen sichselten als Goldgruben. Sofern kein fester Kundenstamm da ist, könnte es schwierig werden. Und so groß ist die Laufkundschaft abseits des Marienplatzes nun auch nicht...

Aber genug der Häme. Seien wir lieber dankbar für jedes neue Geschäft in der Schongauer Altstadt. Und hoffen wir darauf, dass sich die Geschäfte halten. Wie trostlos das Zentrum mit all seinen leerstehenden Geschäftsräumen wirkt, ist mir deutlich bei einem Spaziergang vor Augen getreten.

Die traurige Zahl von 18 (!) leerstehenden Geschäfte zwischen Karmeliter- und Christophstraße habe ich gezählt.