Sonntag, 17. August 2008

Hip Hop macht dumm - Der Beweis kommt aus Schongau

Gansta-Rap aus Schongau. Aha. Zuerst habe ich mir den Youtube-Clip des hiesigen Rappers Revan auf Youtube ziemlich erwartungslos angesehen. Alsbald bin ich aus dem Kopfschütteln nicht mehr herausgekommen. Denn Revans neue CD "Unklarheiten", die er im Youtube-Clip bewirbt ist ein geschmackloses Machwerk sondersgleichen. Gewalt und Terrorismus verherrlichende und frauenfeindliche Texte in einem Ausmaß, dass selbst die übelsten Aggro-Proleten der deutschen Musikszene erblassen dürften. Das Cover der CD dürfte außerdem auch die olizei interessieren. Zu kaufen gibt's das Ding für 10 Euro. Neben der Youtube-Werbung finden sich eine Handy- (01719510192) und eine Festnetznummer (08861 9094794) über die man die Scheibe bestellen kann. Revans Schongauer Label heißt übrigens "Diamond Studios".

Aber der Reihe nach: Das ist Revans Youtube-Clip:



Zugegeben: Ich bin die absolut falsche Instanz, um über Hip Hop zu schreiben. Musikalisch bin ich seit jeher im Rock und Metal-Milieu sozialisiert und dementsprechend mit den bekannten Vorurteilen gegenüber Hip Hop behaftet. Und den prollhaften Deutschrapper Sido finde ich die größte Peinlichkeit im heimischen Musikbusiness seit Nina Hagen. Dennoch kann ich mir erlauben, das Schongauer Machwerk objektiv zu zerreißen.

Die Texte sind weder gesellschaftskritisch, noch in irgendeiner Form hintergründig oder gar lustig.

Beim Zuhören drängt sich mir einfach der Gedanke auf, dass da jemand seine pubertären Gewalt- und Allmachtphantasien auslebt.

Bitteschön, ein paar Kostproben aus dem Youtube-Clip:

"Geh mir aus dem Weg Du Bastard, hier wird scharf geschossen. Scheißegal wenn Du aufmuckst, dann wird hier Blut vergossen."

"Ich bin wieder weg und mach weiter Gangster-Rap und jeder der mir in die Quere kommt, den pust’ ich weg. Also lasse es sein, gegen mich kommt keiner an. Also lass es sein, ich ficke jeden Lan."

"Wir sind hier mitten im Krieg, auf jeden wird geschossen. Du liegst am Boden, meine Kugeln, sie haben Dich getroffen. Das hier ist noch härter als bei den Islamisten. Das was ihr hier seht sind deutsche Terroristen."

"Ich kämpfe ganz alleine gegen jeden, der noch kommt. Es ist mir scheißegal es wird einfach draufgebombt. Keiner wird entkommen – ihr werdet alle umgebracht. Ich zieh mit meinen Uzis ganz alleine in die Schlacht. Ich komm und lass die Erde beben, keiner wird es überleben. Es gibt keinen Grund mit Dir noch über irgend was zu reden."

Das Cover seiner CD ist ebenfalls mehr als fragwürdig:



In der einen Hand eine Pistole. Ob Schreckschuss, Gaswaffe oder scharfe Knarre - das lässt sich nicht eindeutig sagen. In der anderen Hand ein Messer. Was die Polizei nur zu so was sagt?

Als Fazit meiner Kurzkritik fällt mir jedenfalls nur das ein:

Sigi Müller erklärt, wie man Einkäufer aus der Altstadt vertreibt

Der Schongauer Grünen-Stadtrat Sigi Müller ist ein Paradebeispiel für das Auseinanderklaffen von ökologischem Bewusstsein und ökonomischem Sachverstand. Will heißen: Wenn der Mann von der Alternativen Liste sich zu wirtschaftspolitischen Themen äußert, dann kommt bisweilen Abenteuerliches heraus.

So beklagt er neuerdings in seinem "OHA"-Blog, dass die Parkplatzgebühren in der Schongauer Altstadt ja viel zu günstig seien im Vergleich zu dem was ein Ticket für den Stadtbus kostet. Das von Müller ausgemachte Problem: Es fahren zu viele Leute mit dem Auto und noch viel zu wenige mit dem Stadtbus. Deswegen müssen die Parkplatz-Gebühren schleunigst rauf. Dass Schongau mit seinen billigen Parkplätzen gegenüber anderen Kommunen einen klaren Wettbewerbsvorteil hat, das fällt Müller natürlich nicht ein. Und dass die billigen Parkplätze einer der wenigen Gründe sind, dass die Leute überhaupt noch zum Einkaufen in die Altstadt fahren - und nicht ins Gewerbegebiet nach Schongau-West.

Treibt man die nun die Parkplatzgebühren mutwillig in die Höhe, dann vertreibt man die Einkäufer aus der Altstadt. So lautet das Ergebnis von Müllers Vorschlag.


Als "absurd" bezeichnet Müller außerdem den Vorschlag von CSU-Stadtrat Hans Hartung, den Garten des Landratsamtes in eine zusätzliche Parkplatz-Fläche umzufunktionieren.



Bildquelle: http://oha.pfaffenwinkel.net/


Nun kennen vermutlich die wenigsten Schongauer diesen "wunderschönen Garten unmittelbar an der Stadtmauer". Eben, weil das Tor zum Landratsamt ständig verschlossen bleibt. Also handelt es sich bei diesem Garten - eine Rasenfläche mit drei Bäumen - auch nicht um einen Kinderspielplatz oder eine Biotop-Anlage. So dass der Verlust dieses (nun Ja) Idylls zugunsten von Parkplätzen ohne Weiteres zu verkraften ist.

Also keine absurde, sondern im Gegenteil höchst vernünftige Idee von Hans Hartung, einen Garten, in den sonst eh keiner seinen Fuß setzt, für Parkplätze zu öffnen.

Wo im Übrigen die zusätzlichen Parkplätze, die Schongau dringend benötigt, entstehen sollen, auf diese Frage bleibt Sigi Müller eine Antwort schuldig.

Was mir gerade auffällt. Offenbar schreibt Müller seine Blog-Beiträge gar nicht selbst. Vielmehr fungiert seine Frau als Blog-Ghostwriterin. Denn die ist als Autorin des Beitrags aufgeführt.

Freitag, 15. August 2008

Geist an der Schongauer Stadtmauer



Diese grandiose Fotomontage hat ein User auf der Online-Fotocommunity www.flickr.com erstellt. Also, ich tippe jetzt aufgrund meines rationalen Weltbildes einfach mal, dass es eine Fotomontage ist. Kann sich natürlich auch um einen der mittelalterlich gestylten Freaks handeln, die momentan den historischen Markt überschwemmen...

Dienstag, 12. August 2008

Die furchtloseste Oma Schongaus - und das Video dazu

... ist diese Dame, über die die Schongauer Nachrichten heute berichten:

12.08.2008 16:52 Uhr | aktualisiert: 12.08.2008 17:00 Uhr
Oma schlägt feigen Trickbetrüger in die Flucht
Schongau – Er wollte ein zweites Mal zuschlagen in Schongau - und hat die Rechnung ohne Änne W. gemacht: Die 87-Jährige schlug einen Wiederholungs-Trickbetrüger in die Flucht.


Änne W. ist auf dem Heimweg vom Bäcker, als sie ein gepflegter junger Mann anspricht. Er gibt sich als Freund ihrer Tochter aus. Sie lässt den Unbekannten in die Wohnung. ,,Er hat gesagt, ich sollte mich nicht aufregen, meine Tochter hätte einen schweren Unfall gehabt", erzählt die 87-Jährige, die sofort zu weinen beginnt.

Ihre Tochter würde dringend Geld benötigen, um den Unfallwagen auszulösen, will der junge Mann der älteren Dame weis machen. 300 Euro will der Unbekannte - Änne W. wird skeptisch.

Der Betrüger versucht die Frau unter Druck zu setzen. Trotzdem greift Änne W. zum Telefon und ruft ihre Tochter an. Der Dieb greift zu, er schnappt sich den Geldbeutel. Doch die 87-Jährige entreißt ihm die Börse wieder und schlägt so den Gauner in die Flucht.

Trotz ihres eigenen Muts ist Änne W. von der Tat immer noch geschockt. ,,Der wird auf der Straße gesehen haben, wie schlecht ich laufe und hat gemeint, ich bin eine leichte Beute", glaubt das Opfer jetzt.

Die Schongauer Polizei ist dem feigen Trickbetrüger bereits auf den Fersen.


Und zu dieser Geschichte passt dieses Youtube-Video wie die Faust aufs Auge. Hat zwar nichts mit einem Dieb zu tun. Die eisenharte Oma ist trotzdem sehenswert.

Dienstag, 5. August 2008

Video: Feuerwerk am Volksfest-Abschlussabend

Ein Filmchen vom Feuerwerk am Montagabend:

Sonntag, 3. August 2008

Rettungseinsatz am Lido

Große Aufregung am Schongauer Lido: Am heutigen Sonntagabend, um kurz nach 18 Uhr, sind drei Rettungswagen (einer davon mit Sirene) auf den Badestrand gefahren. Sanitäter trugen eine Frau mittleren Alters auf einer Bahre in den Rettungswagen.

Wie ein Augenzeuge berichtete, war die Frau am Ufer zusammengebrochen.

Mal sehen, ob die Schongauer Nachrichten Genaueres wissen.

Hier sind ein paar mit der Handy-Kamera aufgenommene Bilder:









Nachtrag 4. August, 19 Uhr:

Nun berichten auch die Schongauer Nachrichten über den Einsatz:

Rettungseinsatz am "Lido"

Schongau – Für Aufsehen hat am Sonntagnachmittag ein Rettungseinsatz am Schongauer "Lido" gesorgt:

Gegen 18 Uhr fuhren ein Sanitäts- und ein Notarztwagen am gut besuchten Badestrand vor. Wie die Schongauer Wasserwacht bestätigt, hatte eine Frau plötzlich Koliken im Bauch erlitten. Ein Mitglied der Wasserwacht verständigte umgehend den Notarzt.

Die Sanitäter brachten die knapp 50-jährige Frau zur weiteren Behandlung ins Schongauer Krankenhaus.

Sonntag, 27. Juli 2008

Volksfest-Skandälchen: Festzug ohne Schloßbergler

Das Schongauer Volksfest hat gerade erst angefangen und schon gibt es das erste Skandälchen. Wer, wie ich, am Freitagabend bei der Eröffnung dabei war, kennt natürlich längst das Gerücht, das in Windeseile im Festzelt die Runde gemacht hat: Hans Hartung, der Chef des Tourismusvereins soll zu knickert gewesen sein, den Schloßberglern eine Biermarke zu schenken - als Gegenleistung dafür, dass die Trachtler beim Festzug mitmarschieren. Und deswegen sollen die Schloßbergler Hartung eine Abfuhr erteilt haben. Bei den Besuchern des Volksfests soll dann die Tuschelei losgegangen sein, sobald der Zug am Festplatz einmarschierte. Immerhin: Ein halbes Dutzend Trachtler ist dann doch mitgezogen. Aber das Skandälchen war perfekt: Die Schlossbergler boykottierten die Eröffnung. So hat mir diese Geschichte zumindest ein Trachtler vor dem Zelt geschildert.



Hans Hartung, wie ihn einige Schloßbergler beschreiben.

Quelle: www.flickr.com


So berichten die Schongauer Nachrichten in ihrer heutigen Montag-Ausgabe über die Geschichte:

Ärger überschattet Volksfest-Eröffnung


Trachtler vom Tourismusverein enttäuscht

Schloßbergler-Chef Kriesmair vermisst Geste der Dankbarkeit - Hartung will Limo spendieren

Schongau - Es war am Freitagabend ein heißes Thema auf dem Schongauer Volksfest: Warum sind fast keine Schloßbergler im Festzug mitmarschiert? Im Bierzelt machte sogar das Gerücht eines Trachtler-Boykotts die Runde. "Nein, davon kann keine Rede sein", versicherte Schloßbergler-Chef Franz Kriesmair gestern Nachmittag. "Allerdings ist uns der Tourismusverein auch nicht besonders entgegengekommen und da hat bei vielen die Lust gefehlt, mitzumarschieren."

Grundsätzlich sei der Terminkalender der Trachtler derzeit ziemlich voll. "Wir haben genug Veranstaltungen, auf denen wir präsent sein müssen", betont Kriesmair und nennt etwa das gestrige Lechgau-Trachtenfest in Lechbruck, oder den Getränkeausschank beim Historischen Markt. "Da habe ich es bestimmt nicht forciert, dass unsere Leute auch noch beim Festzug mitmarschieren."

Aber welche Art von Entgegenkommen hätten die Trachtler vom Tourismusverein erwartet? Etwa Biermarken? Denn im Gegensatz zur Stadtkapelle haben die Schloßbergler keine bekommen. "Um die Marken gehe es nicht", sagt Kriesmair. "Seine Maß kann jeder von uns schon selber zahlen, aber eine Limo für die Kinder, das sollte als Dankeschön drin sein."

An die Adresse von Hans Hartung, dem Chef des Tourismusvereins sagt Kriesmair: "Wir erhoffen uns in Zukunft ein wenig mehr Wertschätzung - zumindest für unsere Jugendlichen."

Gegenüber den SN signalisierte Hartung gestern Kompromissbereitschaft. "Was die Limo für die Kinder angeht, werden wir den Trachtlern entgegenkommen."
Allerdings fügt er gleich hinzu: "Eine Maß Bier für die Erwachsenen wird es sicher nicht geben." Denn wenn der Tourismusverein künftig jedem eine Maß zahle, dann gehe der Verein bald pleite.

"Wir verschicken jedes Jahr 150 Einladungen an die Schongauer Prominenz", sagt Hartung. "Zum Beispiel an die Stadträte, die Stadtpfarrer oder die Vereinsvorstände. Und die bekommen schon eine Maß und ein halbes Hendl."

Schloßbergler-Chef Kriesmair meint aber, dass sich die Trachtler bereits über eine winzige Geste der Wertschätzung freuen würden: "Es wäre ja schon was, wenn einmal jemand zu uns sagt: ,Schön, dass ihr beim Zug dabei gewesen seid.'"

Aber so eine Geste sei ganz bestimmt nicht üblich, betont Hartung: "Der Festzug zum Volksfest hat Tradition. Und für mich ist es selbstverständlich, dass auch die Trachtler mitmarschieren."


Mit diesem Aussagen macht Hartung sich bei den Trachtlern keine Freunde: Dass die Schongauer V.I.P.s Bier- und Hendlmarken kriegen, die Schloßbergler aber nicht, schürt zwangsläufig eine Neid-Debatte. Und dass Hartung es nicht für angebracht hält, sich bei den Schloßberglern zu bedanken, schüttet Wasser auf die Mühlen derjennigen Trachtler, die bereits einen Hals auf den Chef des Tourismus-Vereins haben. Und das sind nicht wenige. Den Eindruck hatte ich jedenfalls am Freitagabend auf dem Volksfest. Mal sehen, wann der erste wütende Leserbrief in den Schongauer Nachrichten auftaucht.